about

 

kurz:

Ich bin sehr dankbar, Kunst machen zu können, die ganz und gar inspiriert ist. Meine Kunst hat ein starkes Zentrum. In den Bewusstseinsfeldern, in denen ich mich beim Malen bewege, wird nicht geübt. Jeder Strich zählt und jeder Strich verändert alles. 

lang:

Mein Lebenslauf ist bunt und vielseitig. Ich habe häufig gewechselt, sowohl den Ort als auch die Profession. Aus einem späten Studium der amerikanischen Literatur wurde nach Jahren in der Fernsehbranche irgendwann eine Laufbahn als Drehbuchautorin von Soap bis Spielfilm. Das war schon mal gut, denn schreiben wollte ich als Kind schon. Doch es ergab sich so, dass all meine Herzensprojekte NICHT gedreht wurden bis auf eines. Stattdessen habe ich unglaublich viel Geld für Drehbücher bekommen, die nie verfilmt worden sind.

Um meinen vierzigsten Geburtstag herum hatte ich eine Reihe von intensiven Erlebnissen, die mein Verständnis vom Leben und von dem, was es bedeutet, ein Mensch zu sein, gründlich auf den Kopf gestellt haben. Gleichzeitig rutschte mein bis dahin auch nicht gerade krisenarmes Leben in ein totales Chaos. Über diese Zeit spirituellen Erwachens habe ich ein Buch geschrieben und das Manuskript auf Anhieb verkauft. „Weil Liebe immer zu Liebe will“ wurde 2005 im Arkana Verlag veröffentlicht.

Beim Schreiben dieses Buches habe ich die ersten Erfahrungen damit gesammelt, wie es ist, Informationen mühelos fließen zu lassen. Anstatt nachzudenken und zu formulieren einfach die Finger über die Tasten gleiten zu lassen und am Ende steht ein Text da, von dem ich selbst nicht weiß, woher ich den genommen habe.

Ich habe auf spirituelle Entfaltung ausgerichtete Seminare und andere Veranstaltungen besucht, weil ich Wegbegleitung auf dieser für mich unbekannten Strecke haben wollte. Nach relativ kurzer Zeit wurde aber klar, dass es mir nicht bestimmt ist, auf vorgetretenen Pfaden zu wandeln. Ich kann nicht sagen, dass mich das rundum begeistert hat. Pionier sein hat zwar den Vorteil, dass man nie auf einen fremden Hintern starren muss beim gehen, doch man muss eben auch die Äste selbst zur Seiten biegen oder auch mal das Land roden, um überhaupt gehen zu können.

Ich wurde zunehmend hellsichtig, hellhörig und hellfühlig und nach einiger Zeit habe ich damit begonnen, selbst Meditationen anzubieten und andere auf ihrem spirituellen Weg zu begleiten. 

Eines Tages tauchte die Idee zu malen in meinem Kopf auf. Ich bin ihr zunächst nicht nachgegangen, weil ich dachte ‚ich kann ja gar nicht malen‘. Was für ein Argument. Dann habe ich kurzzeitig mit Ölkreiden herum probiert, das war wie ein schlechtes Date. Zwischen mir und der Ölkreide gab es keine gute Chemie und etwa ein Jahr lang schob ich das Malen wieder von mir weg.

Zu dem Zeitpunkt muss meine innere Muse so verzweifelt gewesen sein, dass sie zu einer List griff. Anstatt mich in Richtung Leinwand zu schubsen, kam der Drang, mein Schlafzimmer kräftig farbig zu streichen. Das habe ich getan und war so in Schwung, dass ich auch gleich einen alten Büroschrank lackiert habe. Beim Lackieren bemerkte ich schon, wie mein rechter Arm sich quasi selbständig machte und allerlei Schwünge und Zeichen auf das Holz pinselte, die mir Freude machten.

Eines Abends lag ich im Bett und sah – mit offenen Augen – an der Zimmerdecke Bilder, von denen ich wusste, ich MUSS sie malen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich mir schon zögernd ein paar Tuben Ölfarbe und ein paar billige Leinwände besorgt. Und dann habe ich angefangen, mich intensiv mit dem Material zu beschäftigen.

In dieser ersten Zeit sind ein paar Bilder entstanden, die ich sooo gerne noch einmal würde malen können. Zwei davon werde ich nie verkaufen, weil sie mir so nah und so kostbar sind. Ich habe keinerlei Erinnerung daran, wie ich auf die Technik gekommen bin und was ich gemacht habe.

Bis heute ist das Malen etwas, das vollkommen von alleine durch mich hindurch geschieht. Das ist nicht immer nur angenehm für mich, manche Ölbilder entwickeln sich so (für mich) unfassbar langsam, dass ich zwischendurch an einem anderen Bild malen muss, um ein höheres Tempo erleben zu können. 

Meine Hellsichtigkeit hat sich auf sehr, sehr abstrakte Ebenen verlagert. In denen Ebenen gibt es kein individuelles Erleben, sondern sich ständig verändernde Bewusstseinsfelder und -ströme. Ich fühle mich der Physik und der Chemie sehr verbunden, ebenso der Alchemie und der Magie. Meine Malerei und mein Zeichnen sind metaphyische Kunst, weil ich mich mit den Dingen hinter den Dingen befasse, mit ordnenden und formgebenden Prinzipien und Strukturen.

Im August 2016 kam das Zeichnen zu mir. Ich zeichne hauptsächlich Hyperrealitäten, also Realitäten, innerhalb derer sich alle anderen Realitäten entfalten. Man kann sich diese Muster als Prismen vorstellen, die Hologramme erzeugen. Aus diesen Hologrammen kann physische Realtität werden. Ich nenne sie deshalb auch ‚Weltenformeln‘.

Ich liebe und schätze gleichermaßen an meiner Kunst, dass sie mir erlaubt, Dinge auszudrücken, für die es noch keine Worte, keine Erklärungen und keine Konzepte gibt. Zu einigen Bildern kann ich etwas sagen, doch selbst dann bleibt der volle Informationsgehalt nur angedeutet.

Es gibt in meinen Bildern und Zeichnungen nichts, an das man glauben muss. Auch alles, was ich dazu sagen kann, ist nicht mehr als ein Hinweis. Meine Kunst tritt mit jedem in stillen Dialog und das reicht vollkommen.